Michelin Road 5

SiRoBo

Well-known member
Jetzt ist er drauf, der Road 5 mit serienmäßiger Glatze am Rand.

Das Profil sieht fett aus (wo eins da ist), richtige Krater sind da drin.

Nachdem ich am Vorderrad mit 35g wuchten musste, hab ich ausnahmsweise auch mal wieder das Hinterrad gewuchtet und mein Gefühl hat mich nicht getäuscht: 40g waren es hinten. Der Einbau von Winkelventilen im Zuge des Wechsels kann das alleine nicht verursacht haben. So viel Gewichte habe ich schon lange nicht mehr drauf geklebt, bin jetzt aber auch schon mind. 6 Jahre keine Michelin mehr gefahren. Die Lauffläche zieht sich aus meiner Sicht sehr weit Richtung Flanke am Vorderreifen.

Beim Fahrverhalten habe ich jetzt nur den direkten Vergleich zu Pirelli Scorpion Trail 2, den ich auf durchaus spaßigen gut 4000 km platt gemacht habe. Der ließ sich gut übers Gas lenken, sogar so stark, dass ich beim Warten auf Mitfahrer und langsamer als normal ein paar Mal ohne Korrektur ein paar Mal fast nach außen in den Graben gefahren wäre. Korrekturen gingen leicht von der Hand, man konnte durch das Kurvengeschlängel tanzen und der Reifen lud dazu ein jede Kurve voll auszufahren und die Straßenbreite spielerisch komplett auszunutzen. Gefühlt ein bisschen Supermoto.

Nach 130 km mal die direkten Eindrücke:
Der Road 5 läuft stabiler und rollt härter ab. Beim starken Bremsen grummelt er, wahrscheinlich wegen der mittigen Querlamellen vorne (ich bin noch nie auf der eigenen Maschine einen Pilot Road 4 oder Roadtec 01 gefahren).
In die Kurve fällt er leicht. Die mal eingeschlagene Kurvenlinie will der Reifen eher beibehalten, wodurch mir jetzt subjektiv dieselbe Straße schmaler vorkommt als vorher. Das kann sich aber noch geben, genauso wie mein Kopf Bauch sich bei nassen Stellen noch an den Slick-Rand gewöhnen muss. Übers Gas lenken war nicht drin bislang wie beim Scorpion, es fährt sich mehr wie auf Schienen und erinnert mich an den vor dem Scorpion gefahrenen ContiRoadAttack3. Das Sumo-Gefühl kommt vielleicht wieder, wenn ich mal ein Gefühl dafür entwickelt habe wie stark man das Gas schnalzen lassen kann. Da taste ich mich aber nicht von oben heran.
20210716_090209.jpg
20210716_090141.jpg
Ich kann mir nicht vorstellen mit der Versys den Vorderreifen an der Flanke komplett anzufahren ohne auf der Fresse zu liegen.

Ich hoffe aber jetzt, dass der Road 5 (ca. 240,-) länger hält als der Pirelli (ca. 200,-), bei dem sich der relativ günstige Satzpreis durch eine unterirdische Laufleistung relativiert hat.
 

Möhnecruiser

Well-known member
Hallo Simon,
den Road 5 habe ich als nächsten Reifen ins Auge gefasst. derzeit den CRA3. Mit dem Conti komme ich ganz gut zurecht. Gib doch zwischendurch bitte deine Erfahrungen weiter. Viele Infos vom Road 5 auf der V 650 findet man nicht.
Grüße Hanno
 

SiRoBo

Well-known member
Kann ich gerne machen - ich fahre derzeit ca. 1000 im Monat, bis zu einem Endfazit kann es also noch dauern. Dieses Jahr fahre ich den vielleicht noch halb runter, wenn es hoch kommt.

Problem ist doch, dass es von so gut wie keinem Reifen auf der Versys eine breite Datenbasis gibt, zumal man auch nicht weiß wie die Leute damit die Straße zuparken - oder halt auch eben nicht!

Und dann nimmt auch kein Magazin (o.ä.) eine ultra sexy-geile und voll gehypte Frauenabschlepperkarre wie die Versys 650 (🙃) , um umfangreiche Reifentests durchzuführen. Bei MT07 Reifentests könnte man schauen, aber die hat einen 180er hinten und wird auch nicht für sowas bemüht. ;-)
 

Uwe_R

Well-known member
Also ich hatte einen der Vorgänger des Road 5 auf meiner Versys damals. Den 2CT. Den kannte ich schon von der damaligen Ducati und hat mich auch bei der Versys nie im Stich gelassen. Der konnte alles. Schnell, Nass. Nie ein Problem damit gehabt. Ich bin den damals in Malaysia gefahren. Also bei richtig heissen Strassen und Monsunregen.

Das Ding fahr ich heute noch auf der Multistrada trotz etwas mehr PS und Drehmoment. Einen anderen brauch ich nicht. Passt und man weiß, das man sich drauf verlassen kann. 👍
 

SiRoBo

Well-known member
Sooo... nach 500 km hat sich von meinen Eindrücken wenig geändert. Außer dass man wirklich kein Schiss haben muss bei Nässe auf dem Slickrand zu fahren. Ich bin gestern im Regen absichtlich unangenehme Schräglagen gefahren (wollte es halt mal austesten) und man konnte danach am Dreck sehen, wie weit ich hinten an den Rand gefahren war: Das war gerade noch voll im Profilbereich.

Mir fehlt ein wenig dieses spielerische Hin- und Herwerfen der Moppete und das Arbeiten der Reifen wie beim Pirelli, wobei ich mich da langsam auch daran zu gewöhnen scheine (es sei denn der Reifen hat sich tatsächlich noch einknautscht).
Ich habe das Gefühl, dass der Reifen viel zu stabil ist für die 64 PSchen. Außer nassen, spiegelglatten Fahrbahnmarkierungen ist gegen den Grip kein Kraut gewachsen.

Objektiv ein sauguter Reifen. Das Fahrerlebnis könnte aber irgendwie aufregender sein.
 

SiRoBo

Well-known member
Nach jetzt 1500 km Road 5 auf der Versys habe ich mich wohl vollends an den Reifen gewöhnt. Dafür bin ich auch schon am ersten Verschleißstrich angelangt, ich meine diese Zwischenstriche in den Profillöchern. Da es davon auch nur 2 gibt (oder?!), kann ich immerhin mit ca. 5000 km rechnen. Wir werden sehen.

Bei Nässe fährt er sich übrigens irgendwie spaßiger als bei Trockenheit, weil da kommt das Heck auch mal sehr gut kontrollierbar latent quer. Im Trockenen kommt man irgendwie nie so richtig in den Grenzbereich und dadurch kommt kein gescheites Feedback zustande.

Das schnelle Zickzack Hin- und Herwerfen des Scorpion Trail 2 vermisse ich immer noch. Vermutlich wird es irgendetwas anderes nach diesem Road 5, mit DOT 2020+ kann man ja wild gemischt drauf machen und da wird es wahrscheinlich vorne ein Power 5 oder Power GP zum hinteren Road 5. Oder es kommt vorne ein S21/22 drauf und hinten ist der Road 5 schon ok. Wobei sich das fährt wie ein noch schmalerer Hinterreifen als der 160er eh schon ist. Also doch vielleicht ein T31 oder so... Man könnte ja wenigstens den gleichen Hersteller v+h wählen, obwohl es mittlerweile echt wurscht ist. ;-)
 

Hueni

Paragrafenreiter
205 Euro kostet der Satz S21. Der macht auch die SX nochmals handlicher. Ist ne Überlegung wert 😉
 

SiRoBo

Well-known member
Heute bin ich mal wieder eine längere Strecke im Regen gefahren. Den Reifen kann man dabei hinten bis zum Rand des Kreises um das Michelinmännchen fahren. Da zuckt und wandert es dann schon öfter mal am Gas, fängt sich aber sehr vertrauenserweckend.

Der Reifen macht auf der 650er Versys bei Regen definitiv mehr Spaß als bei trockener Straße... Oder ich muss wirklich mal auf 2,2 bar runter (bislang 2,4/2,7 bar), dass da wirklich mal was walkt und arbeitet.
 

skalar-fan

Onkel Dittmeyer
Du alter Reifenquäler 😜
Bei dir werden die Reifen bis ans Limit getestet……
Solange du oben bleibst 👍

Wenn du mit dem Druck runter gehst….. bekommst du dann nicht irgendwann Probleme, das der Reifen dann Haftung verliert durch sein walken?
Und bremsen? Verlierst du vorne doch auch Haftung und eventuelle Meter bis zum stehen - klar im Notfall gedacht
 

Uwe_R

Well-known member
Weniger Luft sollte eigentlich die Auflagefläche vergrößern und somit eher den Bremsweg reduzieren. In Grenzen natürlich wie immer.
 

Hueni

Paragrafenreiter
Ich mag es nicht, wenn der Reifen weniger Luftdruck hat. Ich fahre immer den angegebenen höheren und gerne auch Mal einen Hauch mehr. Bei der Versys bin ich den Conti vorne 2,3 und hinten 2,6 gefahren. Hat gut geklappt. Mache ich an der V-Strom mit dem A40 auch. Da ginge vielleicht weniger, weil der so eine harte Karkasse und wenig Eigendämpfung hat
 

SiRoBo

Well-known member
Nix Reifenquäler. Der ist völlig unbeeindruckt. Bei Trockenheit muss man auf der Suche nach den Grenzen der Physik allerdings den Motor quälen wie doof und bringt trotzdem nix. Da fährt man aber auf der Landstraße im 2.-4. Gang digital Vollgas und der Spielverderber von Reifen lässt sich ums Verrecken nix anmerken.

Wegen Luftdruck:
Mit weniger Luftdruck arbeitet der Reifen mehr. Wer mal mit deutlich zu wenig Luftdruck Fahrrad gefahren ist, oder Supermoto mit kaum Druck drauf, der kennt das.
Je mehr Leistung man hat und abruft, desto mehr hält das der Reifen aber gar nicht aus, überhitzt und zerlegt sich selber und/oder schmiert eklig. Im Gegensatz kann es bei weniger Leistung den Reifen besser aufwärmen, wenn man mit weniger Druck fährt. Immer mal wieder findet man auch generalisierte Kaltluftdruckempfehlungen von bestimmten Reifen, abhängig von der Motorleistung. Auf der Speedy (130 PS auf 205 kg) bin ich den ContiRoadAttack3 auch mit 2,3/2,6 statt 2,5/2,9 gefahren und über 10 Grad war das auch geil schmatzig zu fahren. Aber das Profil ging weg wie nix.

Wenn man jetzt nicht unter 2 bar reinmacht, ändert sich die Auflagefläche nicht granatenmäßig. Ein Reifen ist ja kein Dudelsack.
 

Möhnecruiser

Well-known member
Zwischendurch schon mal vielen Dank an Dich, Simon. Das hört sich so an, daß etwas zaghaftere Fahrer wie ich diesen Reifen bedenkenlos bis zum ´Fahrer´-Limit laufen lassen können 😁 Leider bekomme ich in diesem Jahr aus verschiedenen Gründen einfach keine KM zusammen und kann wohl erst im kommenden Jahr testen. Ich bin noch gespannt, wie sich der Reifen bei weniger Profil verhält 🤔
Jetzt aber erst mal 👍 an Dich.
 

SiRoBo

Well-known member
Ich glaub ich habe herausgefunden, wie man den Road 5 zum Arbeiten bringt. Zutaten:
- schräg!
- noch schräger!
- gaaanz schräg!!!
- Gas!
- viel Gas!
- ganz viel Gas!
- ganz viel Gas ganz schnell aufmachen!
- Bremsen, und zwar bis es schwimmt.
- auch in Schräglage ordentlich bremsen!!!
- Drehzahlen nie unter 4000/min, Kurvenausgang mit >6000/min ist perfekt.
- beim richtigen Fahren (nicht beim zwischendurch bummeln oder Strecke machen) nur Gänge 2-4 benutzen.

Natürlich alles gleichzeitig, außer Bremse und Gas. Dann fährt sich das echt schmatzig. 🤣

Luftdruck? Keine Ahnung, muss ich messen wenn man den Reifen wieder anfassen kann. 🙃 Ich hatte keine Zeit vorher zu kontrollieren und bin einfach losgebraten. 😁

Ich revidiere meine ganze Miesmacherei beim Road 5 und behaupte, das ist ein super Reifen zum Fliegen lassen. Wer eher gemächlich fährt, bekommt mit dem Scorpion Trail 2 aber das bessere Fahrerlebnis und dann hält der auch länger. 😎

Jetzt bin ich mal gespannt, ob das beim Power GP noch besser ist (müsste!). Der kommt nämlich demnächst auf die Speedy. 😉
 

SiRoBo

Well-known member
2000 km. Außer auf ungestüm überfahrenen Unebenheiten oder nassen glatten Fahrbahnmarkierungen haftet der Reifen sehr gut auf der Straße.
20210913_173306.jpg20210913_173237.jpg
Ich würde gerne mit der Pelle bei höheren Geschwindigkeiten noch in Schräglage weiter hart beschleunigen. Aber da geht der Versys die Puste aus... :-)
 

SiRoBo

Well-known member
Das ist jetzt aber nichts neues, oder? 🦄

Man sieht bei der Kurveneinfahrt einfach nicht immer genug, um volle Kanone reinzubraten. Mit ein wenig mehr Wumms (+20% Hubraum & Leistung) könnte man mit dem Reifen besser in die Kurve reinschauen und dann trotzdem ultra schräg auf Zug rausfahren. Der Reifen kann das!

Beim Pirelli vorher ist mir das nicht aufgefallen, weil da der Grenzbereich früher anfängt und somit einfach besser mit den 64 PehEss harmoniert. Aber kein Für ohne Wider: Nach 3000 km war der Pirelli an der offiziellen Mindestprofiltiefe, der Michelin wird da definitiv länger halten.

Bei einem Satzpreis von ca. EUR 220 (PST2) vs. ca. EUR 240 (Road 5) ist das auch wirtschaftlicher. Zudem geht mir zu häufig notwendiges Reifenwechseln ganz schön auf den Zeiger. Kostet mich als SelberGroßReifenaufzieher zwar nix, aber der investierte Schweiß ist nicht nachhaltig investiert und man kann kaum mehr irgendwohin fahren ohne mit fertigem Reifen rechnen zu müssen.
 

Uwe_R

Well-known member
Moin Simon,

ich fahre seit Jahren Michelin Reifen. Erst Pilot Power, aber seit langem den Pilot Road. Der langt vollkommen. Selbst auf der Ducati mit 156 PS und 120Nm Drehmoment.. Angefangen mit dem 2, 4 & 5 und bin von Anfang an begeistert. Derzeit hab ich nen 4er auf der Ducati und selbst da bringt man den Reifen kaum zum durchdrehen. Dank Traktionskontrolle probiere ich das immer mal vom Kurvenscheitel an durch digitales Gasgeben aus. In 99% der Fälle regelt da nix. Rutscher sind ein Fremdwort. Bitumen, Nässe, alles kein Problem.

Die Laufleistung liegt so bei 6.000Km max. Das langt mir Und hab das Testen anderer Reifen vor Jahren schon aufgegeben. Hab alles was ich brauche und fühle mich mit dem Reifen sauwohl.

Cheers

Uwe
 
Oben Unten